Rezension von www.leserkanone.de vom 05.08.2017

 

Die titelgebende Nummer 404 kennzeichnet die Tür eines Krankenzimmers, in der ein dreizehnjähriges Mädchen - Nele mit Namen - mit Leukämie im Endstadium liegt und auf den Tod wartet. Dem Gedanken an das Sterben soll die Kraft der Fantastie entgegentreten, und so verwandelt sich Nele in eine Silbermöwe, die rund um den Globus spektakuläre Abenteuer erlebt. Doch der Tod lässt sich nicht durch Gedanken vertreiben, das Ende bleibt weiter immer präsent. Und es droht besonders schnell zu kommen.

Normalerweise versuchen wir in unseren Buchbesprechungen den bloßen Unterhaltungsfaktor des jeweiligen Buchs zu erörtern, doch diese Herangehensweise verbietet sich bei einer Geschichte über ein im Sterben befindlichen Mädchen zwangsläufig. Unterhaltsam ist »404« nicht, und das will es auch nicht sein - »404« ist ein Roman über das Sterben, der ein Appell an das Leben ist, so widersinnig sich das vielleicht anhört. Freiberger versucht das Abstrakte des Todes zu normalisieren, versucht Sinn in dem Moment zu finden, in dem vieles eigentlich völlig sinnlos erscheint. Womit er sich selbst ein hehres Ziel gesteckt hat, bei dem es zwangsläufig ist, dass er nicht die ganze Strecke im Alleingang schaffen, sondern nur einen Beitrag leisten kann. Das gelingt ihm allerdings vorzüglich, »404« pirscht sich auf eine sehr ungewöhnliche Weise an das Sterbethema heran und schafft es durch kluge Gedanken, durch ungewöhnliche Ideen und durch ausgefallene Gespräche, das rote Tuch ein wenig beiseite zu ziehen. Und ganz nebenbei wird auch noch eine lesenswerte Geschichte erzählt.

 

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Immer wieder eine große Freude, für Kinder zu lesen. In Drevenack sind 15 Kinder mit mir auf eine ganz besondere Reise gegangen. Eine kleine Aufmunterung in der Adventszeit.