Rezension "Die Vorleser"

 

Laras beste Freundin Nele hat Leukämie und die Ärzte haben eigentlich schon alle Hoffnung aufgegeben, da der Krebs bei ihr nach einer Stammzellenspende wiederkam. Nun weiß Nele nicht, wie lange sie noch zu leben hat und Lara weiß nicht, wie viel Zeit ihr mit ihrer besten Freundin bleibt. Als ihr Onkel Andreas, der als Pilot arbeitet, zu Besuch kommt, fasst sie einen Entschluss. Sie möchte Nele die letzten Wochen ihres Lebens so schön wie möglich gestalten. Andreas soll ihr dabei helfen. Der ist nämlich ziemlich gut darin Geschichten zu erzählen und soll Nele so die Welt zeigen. Schon bald schließt er die kranke Nele ins Herz und nimmt sich vor, alles dafür zu geben, dass es ihr etwas besser geht. Immerhin besitzt der menschliche Körper außergewöhnliche Kräfte, die einem Wunder gleich kommen; selbst dann, wenn Ärzte schon alle Hoffnung aufgegeben haben. Vielleicht gelingt es ihm ja, Neles Kampfgeist zu wecken und falls nicht, so hat er ihr doch wenigstens ein paar schöne Momente geschenkt.

 

So kommt es, dass er, Nele und Lara in ihrer Fantasie als Möwen um die ganze Welt fliegen. Sie besuchen bekannte Plätze wie den Vatikan in Rom oder den Grand Canyon, bestaunen die fremden Kulturen und die außergewöhnliche Natur, die diese Erde zu bieten hat. Mit der Zeit fasst Nele tatsächlich wieder neue Hoffnung. Sie weiß jetzt, dass sie leben will. Sie will um ihr Leben kämpfen.

 

Umso schockierter ist sie, als Max anfängt, auf ihrer Station auszuhelfen und er ihr schließlich erzählt, dass er versucht hat sich umzubringen. Für Nele ist es unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die ihr Leben einfach wegwerfen würden, wo s i e doch alles dafür tut um ihres behalten zu können. Doch sie beschließt, Max eine Chance zu geben und lässt sich seine Geschichte erzählen. Durch Max und die Reisen mit Andreas bekommt sie nochmal einen ganz anderen Blick aufs Leben und lernt viel über sich selbst. Sie ist eine Kämpferin, die Frage ist nur, ob sie diesen Kampf gewinnen kann.

 

Ich will ganz ehrlich sein. Dieses Buch ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich persönlich habe schon auf den ersten zehn Seiten geheult. Gerade zu Beginn ist Nele so hoffnungslos, dass einem einfach die Tränen kommen müssen. Für sie ist klar, dass sie bald sterben muss. Sie macht sich natürlich Gedanken über Lara, ihre Eltern und all die anderen Menschen, die sie zurücklässt. Sie hat Schmerzen und das Leben im Krankenhaus macht sie ziemlich fertig. Die ersten Kapitel, bevor die Reisen mit Andreas beginnen, sind demnach echt nicht leicht zu verarbeiten. Wenn man nie selbst von einer solchen Krankheit betroffen war, kann man sich gar nicht vorstellen, wie es ist zu wissen, dass man bald sterben muss. Doch für Nele ist das die bittere Realität. Ihre Gedanken und Gefühle sind schon ziemlich schwer zu verarbeiten. Umso schöner ist es dann jedoch zu sehen, wie Nele mit jeder Reise mehr Zuversicht und Kraft gewinnt. Natürlich gibt es auch einige Rückschläge zu verkraften, aber Nele lernt wieder mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen. Lara ist eine wirklich wundervolle Freundin. Es ist beeindruckend, wie sie mit ihren dreizehn Jahren mit der Krankheit ihrer besten Freundin umgeht. Sie ist für Nele da und lässt nichts unversucht um ihr zu helfen, was mich beim Lesen wirklich berührt hat. Ansonsten hat mir richtig gut gefallen, wie viele verschieden Sichtweisen die Geschichte enthält. Da ist natürlich Nele selbst, die gegen ihre Krankheit kämpft; Lara, die kurz davor ist ihre beste Freundin zu verlieren; und dann noch Andreas, der Nele vorher gar nicht kannte, aber alsbald voller Tatendrang für Nele kämpft. Sie alle haben ihre eigene Sicht auf das Leben und lernen von der Situation und voneinander. Ihre Gedanken inspirieren und regen einen selbst zum Nachdenken an, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, da man so wirklich was ins eigene Leben mitnehmen kann.

 

 

Ann-Kathrin Opiolka, 20 Jahre

 

 

Rezension "Die Vor-Leser"

Anindo ist 8 Jahre alt und lebt auf der Insel Sri Lanka. Er wohnt zusammen mit Opa und Oma, seinen Eltern und seinen zwei Schwestern in einer selbst zusammen geschusterten Wellblechhütte. Die Familie lebt in bitterer Armut und hat oft nicht einmal das Geld für eine Mahlzeit am Tag. Deshalb muss Anindo jeden Tag betteln gehen um seine Familie zu unterstützen.

 

Trotzdem hat er einen großen Traum: Geld zu sparen und irgendwann einmal eine Schule zu besuchen um lesen und schreiben zu lernen. Anindos bester Freund heißt Ramesh, er ist 2 Jahre älter als Anindo und kann seinem Freund viele Dinge erklären. Sie spielen aber auch zusammen Fußball und denken sich mit den Dorfkindern Theaterstücke aus.

 

Doch eines Tages-ohne Vorwarnung- wird ihr Dorf von einer großen Flutwelle überrollt. Ihre Hütte wird zerstört und einfach fortgespült, Anindos Großeltern werden vermisst. Er selbst und seine Schwestern sind verletzt und auseinandergerissen, aber ihre Familie findet durch einen glücklichen Zufall wieder zusammen.

 

Von solchen glücklichen Zufällen gibt es in Anindos Leben einige. Sie geben seinem Leben immer wieder eine unerwartete Wendung. Zum Beispiel die Bekanntschaft mit dem berühmten Fußballer Santiago, die Patenschaft der Familie Lohmann aus Düsseldorf oder das unverhoffte Zusammentreffen mit seinem heimlichen Schwarm Nimali.

 

Meine Meinung:

 

Dies ist in zweierlei Hinsicht ein sehr ungewöhnliches Buch: Zum einen ist der Autor Rolf Freiberger  Lesepate. In den Übungsstunden mit seinem Lesekind entstand die idee ein eigenes Buch zu schreiben, mit Wörtern, die ihm von seinem Lesekind bei jedem neuen Kapitel vorgeschrieben wurden. Diese Wörter musste Rolf Freiberger in sein Kapitel einfließen lassen und man kann sie sozusagen als Untertitel zu jeder Kapitelüberschrift finden.

 

Zum anderen ist die Lebensgeschichte von Anindo keine Geschichte im herkömmlichen Sinn, sondern eher ein detaillierter Bericht über ein spannendes, teils trauriges , aber auch sehr fröhliches und optimistisches Leben

 

Anindo ist ein Kind, das nie aufgibt, das immer neue Träume  und Ziele hat und das die nötige Portion Glück hat, aus der Armut aussteigen zu können. Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Es hat mich in eine fremde Welt mitgenommen, die ich mir durch das Buch sehr gut vorstellen konnte. Es ist ein ehrliches, hoffnungsvolles und berührendes Buch mit einem offenen Ende. Und ein Aufruf, auch selbst etwas gegen die Armut  und für die Bildung der Kinder in der 3. Welt zu tun

 

 

 


5,0 von 5 Sternen fantasievoll und tiefgründig
Claudia R.
1. Februar 2020
Format: Kindle Ausgabe
Klappentext:
404 ist die Nummer eines Krankenzimmers, eines Sterbezimmers. Hier liegt die 13-jährige Nele. Leukämie im Endstadium. Vielleicht darf sie noch zwei Wochen leben, wer weiß das schon. Ihre beste Freundin Lara will ihr die letzten Lebenstage verschönern und denkt sich gemeinsam mit ihrem Onkel Andreas einen ungewöhnlichen Plan aus. Nele soll sich in eine Silbermöwe verwandeln und aufregende Abenteuer erleben. Wird die Macht der Fantasie sie vergessen lassen, dass sie bald sterben muss? Lara und Andreas setzen alles daran, damit ihr Vorhaben gelingt. Doch wird Nele dem Zimmer 404 entfliehen können?
Cover:
Das Cover finde ich sehr gut umgesetzt. Es zeigt das Krankenzimmer mit der Nummer 404. Der Titel des Buches ist an der Krankentür angebracht und diese ist geöffnet in eine wunderschöne Canyon-Landschaft mit einem tolles Anblick. Auf einem Infusionsständer sieht man die verschiedenen Lösungen und eine Möwe macht sich auf den Weg aus dem Zimmer. Man kann sehr viel in dieses Cover hineindeuten. Es passt sehr gut zur Geschichte und es wurden dabei viele kleine Details beachtet.
Meinung:
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, daher lässt es sich leicht und locker lesen.
Es gibt keine direkte Unterteilung in Kapitel, jedoch ist dennoch eine sehr gute Gliederung erkennbar. Neue Abschnitte werden durch große Anfangsbuchstaben abgegrenzt. Sehr schön finde ich auch das einbinden der Briefe und Gedichte. Dies hat mir sehr gut gefallen. Vor allem die Gedichte sind zum Teil sehr berührend und emotional und geben dem Buch zusätzlich sehr viel Tiefe.
Mich hat dieses Buch sehr berührt. Es nimmt einen mit und die Emotionen und Gefühle werden sehr gut vermittelt.
In diesem Buch geht es um die 13jährige Neue, die an Leukämie im Endstadium erkrankt ist und im Krankenhaus im Zimmer 404 liegt und auf den Tod wartet. Jedoch setzt sie dem Gedanken ans Sterben ihre Kraft der Fantasie entgegen und verwandelt sich in eine Möwe, die rund um den Globus viele Abenteuer erlebt. Doch der Tod lässt sich nicht durch Gedanken vertreiben, oder doch? Wird sie es schaffen und was erlebt sie auf ihren Fantasiereisen? Zu viel sei aber an dieser Stelle nicht verraten, sondern sollte selbst gelesen werden.
Die Charaktere sind sehr sympathisch und der Schreibstil ist sehr berührend und emotional. Man kann sich gut in die Situationen und Handlungen hineinversetzen und die Stimmungen nachempfinden. Ein trauriges und berührendes Thema, das mit sehr viel Fingerspitzengefühl angegangen wird.
Mir hat die Erzählweise und die vermittelte Stimmung sehr gut gefallen und mich tief berührt. Sehr schön fand ich auch die Briefe von Nele und die Gedichte, die zum Teil fast schon philosophisch waren und zum Nachdenken angeregt haben. Die Gedichte und Briefe werden auch optisch, durch eine andere Schriftweise, deutlich hervorgehoben. Durch Verwendung einer Schriftart, die der Schreibschrift ähnelt, wurden die Gedichte und Briefe hervorgehoben. Dies hat mir sehr gut gefallen. Auch wurde die Möwe als Symbol und auch als kleine Zeichnung ab und an eingebunden. Diese tollen kleinen Extras und Stilmittel fand ich sehr gut gelungen und haben das Buch sehr gut abgerundet.
Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Thema Tag und ist kein einfacher Roman, von dem man sich einfach berieseln lässt, sondern dieser geht sehr tief und regt zum Nachdenken an. Er ist wunderschön gestaltet und sehr gut ausgearbeitet. Mir hat dies sehr gut gefallen. Daher kann ich ihn empfehlen, auch wenn es sicherlich keine Geschichte für Jedermann ist.
Fazit:
Das traurige Thema Leukämie bei der 13jährigen Nele steht hier im Vordergrund und wird hier sehr fantasievoll und teils auch philosophisch und tiefgründig behandelt.

Wonderland
Rezension aus Deutschland vom 20. Februar 2020
Dieses Buch ging mir sehr nah. Es geht um Nele, deren Leben dazu verdammt ist zu sterben. Keiner kann genau sagen wie lange sie noch hat, aber sicher ist, dass sie sterben wird. Ihre beste Freundin will es ihr aber noch so schön wie möglich machen. Sie überlegt sich Dinge die sie noch erleben könnten. Aber wird Nele je das Zimmer 404 vergessen können nur mal um sich treiben zu lassen?

Mir gefiel das Buch sehr gut und habe es jetzt erst 3 mal gelesen. Es ist emotional und lässt einen nachdenken.

Ich hab mich wohl gefühlt beim Lesen und zu keinen Moment war es mir unangenehm.

Ich kann es NUR EMPFEHLEN.

5 von 5 Sternen auf Amazon

Karina

Glaube kann Berge versetzen Rezension aus Deutschland vom 26. Mai 2020

Harte Thematik, Kinder mit Krebs, Kinder die in der Endphase sind, und nur noch aufs Sterben warten. Auch Nele ist kurz vor ihrem letzten Weg, und dann beginnt für sie und ihre Freundin ein spannendes Abenteuer. Sehr emotional, sehr tiefgründig und trotzdem mit dem passenden Humor. Nele hat sich bereits aufgegeben, bis sie merkt, dass sie leben will... Man weiß nicht ist es die neue Medikation, ist es ihre Freundin und Andreas oder der Glaube an das Gute. Man weiß es nicht, aber es ist super toll zum Mitverfolgen, wie sich Nele zurück kämpft... Sehr emotional, da man auch Tagebucheinträge und Gedichte von Nele zu lesen bekommt...

Rezension von www.leserkanone.de vom 05.08.2017

 

Die titelgebende Nummer 404 kennzeichnet die Tür eines Krankenzimmers, in der ein dreizehnjähriges Mädchen - Nele mit Namen - mit Leukämie im Endstadium liegt und auf den Tod wartet. Dem Gedanken an das Sterben soll die Kraft der Fantastie entgegentreten, und so verwandelt sich Nele in eine Silbermöwe, die rund um den Globus spektakuläre Abenteuer erlebt. Doch der Tod lässt sich nicht durch Gedanken vertreiben, das Ende bleibt weiter immer präsent. Und es droht besonders schnell zu kommen.

Normalerweise versuchen wir in unseren Buchbesprechungen den bloßen Unterhaltungsfaktor des jeweiligen Buchs zu erörtern, doch diese Herangehensweise verbietet sich bei einer Geschichte über ein im Sterben befindlichen Mädchen zwangsläufig. Unterhaltsam ist »404« nicht, und das will es auch nicht sein - »404« ist ein Roman über das Sterben, der ein Appell an das Leben ist, so widersinnig sich das vielleicht anhört. Freiberger versucht das Abstrakte des Todes zu normalisieren, versucht Sinn in dem Moment zu finden, in dem vieles eigentlich völlig sinnlos erscheint. Womit er sich selbst ein hehres Ziel gesteckt hat, bei dem es zwangsläufig ist, dass er nicht die ganze Strecke im Alleingang schaffen, sondern nur einen Beitrag leisten kann. Das gelingt ihm allerdings vorzüglich, »404« pirscht sich auf eine sehr ungewöhnliche Weise an das Sterbethema heran und schafft es durch kluge Gedanken, durch ungewöhnliche Ideen und durch ausgefallene Gespräche, das rote Tuch ein wenig beiseite zu ziehen. Und ganz nebenbei wird auch noch eine lesenswerte Geschichte erzählt.

 

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Immer wieder eine große Freude, für Kinder zu lesen. In Drevenack sind 15 Kinder mit mir auf eine ganz besondere Reise gegangen. Eine kleine Aufmunterung in der Adventszeit.